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    "Ist mein Kaninchen ohne Partner glücklich?“ Auf diese Frage gibt es nur eine richtige Antwort und zwar „NEIN!“

    Kaninchen sind Gruppentiere und brauchen Artgenossen um glücklich zu sein. Kein Mensch und auch kein anderes Tier (z.B. Meerschweinchen) können einen Artgenossen ersetzen.

     

    Aber warum braucht mein Kaninchen einen Freund?

    v     Sie sind 24 Stunden füreinander da.

    v     Sie putzen sich gegenseitig die Ohren und schlecken sich die Augen ab.

    v     Sie hoppeln gemeinsam durch die Gegend, spielen und erkunden ihr Revier.

    v     Sie kuscheln mindestens 7 Stunden am Tag miteinander.

    v     Sie sprechen die gleiche Sprache.

    v     Sie beschützen sich gegenseitig und warnen sich vor Gefahr, so dass sich der andere entspannen und ausruhen kann.

     

    Macht Einzelhaltung mein Kaninchen krank?

    Nur weil ein Kaninchen laut Tierarzt nicht krank ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch seelisch gesund ist. Kaninchen in Einzelhaltung sind deutlich öfter verhaltensgestört als Kaninchen mit einem Kaninchenfreund. Zudem fressen Einzelkaninchen aus Langeweile mehr und haben so öfter Übergewicht, als jene die einen Freund zum spielen haben.

    Aber mein Kaninchen verträgt sich mit keinem anderen Kaninchen? Mit Meerschweinchen ist es aber friedlich.

    Wie schon erwähnt sind Kaninchen von Natur aus keine Einzelgänger.

    Alle Kaninchen können vergesellschaftet werden. Manchmal dauert es nur etwas länger und erfordert viel Geduld. Gerade Kaninchen aus jahrelanger Einzelhaltung brauchen oftmals etwas mehr Zeit, als Kaninchen die Gesellschaft gewohnt sind. Der häufigste Fehler von Haltern ist, dass eine Vergesellschaftung zu früh abgebrochen wird.

    Kaninchen und Meerschweinchen sind deswegen friedlich miteinander, weil sie nur nebeneinander herwohnen. Sie kommen von unterschiedlichen Kontinenten und sprechen eine verschiedene Sprache. Kein Kaninchen kann ein Meerschweinchen ersetzen und umgekehrt. Sie sind im wahrsten Sinne „gemeinsam einsam“.

     

    Wo und wie finde ich den perfekten Partner?

    Am besten schaut man sich im örtlichen Tierheim bzw. bei den Tierschutzvereinen oder auf diversen Vermittlungsplattformen im Internet um, wie z.B. der Kaninchenvermittlung (Vermittlungsplattform von Hoppelbande.de in Kooperation mit Kaninchenwiese.de). Viele Organisationen und TSV sind behilflich, wenn es um die erfolgreiche Suche und Vergesellschaftung geht.

    Einen passenden Partner zu finden ist gar nicht so schwer, wie man vielleicht denkt. Der Erfolg einer Vergesellschaftung hängt größtenteils von den Charakteren der jeweiligen Kaninchen ab.

    Meistens verstehen sich Pärchen, also ein Weibchen + ein kastriertes Männchen, die etwa im gleichen Alter sind und ungefähr denselben Charakter haben, am besten.

    Das Männchen muss immer kastriert werden, damit es nicht zu Nachwuchs kommt. Die Tierheime sind leider chronisch überfüllt und es warten stets unzählige Tiere auf ein schönes neues Zuhause. Deshalb stehen wir hinter dem Motto "Adoptieren statt kaufen - schenk einem Second-Hand-Kaninchen dein Herz und ein Zuhause"

    Gleichgeschlechtliche Paare können sich auch sehr gut verstehen, allerdings dauert die Vergesellschaftung manchmal ein bisschen länger und sie benötigen mehr Platz, um auf Dauer friedlich miteinander leben zu können.

    Unkastrierte Männchen sollten nicht zusammen gehalten werden, da sie sich meist ziemlich schwer verletzen, sobald sie geschlechtsreif werden!!!

     

    Warum empfehlen wir keine Tierhandlungskäufe?

    Zu diesem Thema verlinken wir gerne auf die Seite „Aufklärungsprojekt gegen Lebendtierverkauf in Zoohandlungen“.

     

     

    Wie stelle ich meinem Kaninchen am besten einen neuen Freund vor?

    Kaninchen müssen richtig vergesellschaftet werden. In der Natur verteidigen Wildkaninchen ihr Revier und neue Kaninchen müssen sich ihren Platz in der Rangordnung erkämpfen. Dieses Verhalten zeigen auch die Hauskaninchen.

    Es gibt verschiedene Varianten, wie eine Vergesellschaftung durchgeführt werden kann. Wir stellen hier die Variante vor, die für Unerfahrene die Einfachste ist.

    o       Vor der Vergesellschaftung sollten die Kaninchen mindestens zwei Wochen weder Sicht- noch Geruchskontakt haben. Dadurch läuft die Rangordnungsklärung nachher entspannter und weniger gefährlich ab.

    o       Eine Vergesellschaftung sollte auf neutralem Boden stattfinden, das heißt, dass keines der Kaninchen den Bereich bereits als sein Revier ansieht. Am besten im neuen gemeinsamen Gehege, dass vorher von keinem Kaninchen betreten wurde. Sollte dies nicht möglich sein, ist eine gründliche Reinigung (von Boden und Einrichtung in diesem Bereich) vor der Vergesellschaftung notwendig. Dazu verwendet man am besten Essig. Alternativ zum neuen Gehege kann man z.B. das Badezimmer, Esszimmer o.ä. benutzen.

    o       Der Platz muss groß genug sein. Mindestens 2m² pro Tier, besser jedoch 3-4 m²/Tier 24 Stunden am Tag. Je größer der Platz, desto geringer ist das Verletzungsrisiko!

    o       Die Kaninchen werden gleichzeitig dort abgesetzt.

    o       In dem (Vergesellschaftungs-)Gehege sollten mehrere Futterstellen und Versteckmöglichkeiten eingerichtet werden. Sackgassen und Engstellen sind unbedingt zu vermeiden. Zum Verstecken bieten sich z.B. Kartons an, in die zwei Ausgänge geschnitten worden sind. Jede Versteckmöglichkeit muss mindestens zwei Ausgänge haben, da so kein Tier in die Ecke gedrängt und schwer verletzt werden kann. In die Kartons sollte man Heu legen, so dass die Kaninchen beim Verstecken fressen können. Frischfutter (wenn gewohnt) und Wassernäpfe müssen auch an mehreren Stellen angeboten werden.

    o       Die Kaninchen klären nun außerhalb ihres Reviers die Rangordnung indem sie sich jagen, vielleicht kämpfen und bisschen Fell ausreißen. Dies schaut für den Menschen schlimmer aus, als es tatsächlich ist. Die ersten Stunden sollte man trotzdem dabei bleiben oder sehr oft nach ihnen schauen, um eingreifen zu können, falls sie sich ineinander verbeißen (Decke drüber werfen oder erschrecken und wieder weiter kämpfen lassen), eines der Kaninchen extrem unter der Zusammenführung leidet (nichts mehr frisst) oder wenn es zu ernsthaften Verletzungen kommt, so dass man den Tierarzt aufsuchen muss.

    o       In den meisten Fällen muss man nicht eingreifen. Wenn es zu kleineren Verletzungen kommt: Das Tier herausnehmen, die Wunde versorgen und es dann gleich wieder in das Gehege setzen.

    o       Es kann mehrere Wochen dauern, bis sie sich beruhigt haben, wenn sie miteinander fressen, nebeneinander sitzen und kuscheln, ist die Vergesellschaftung erfolgreich abgeschlossen.

    o       Wenn man einen anderen Raum, als das gemeinsame Gehege für die VG verwendet, ist das der Zeitpunkt, wo man die Tiere auch gemeinsam in das Gehege umsiedeln kann. Allerdings kann es nach dem Umzug, aufgrund der neuen Umgebung, wieder zu erneuten kurzfristigen Rangordnungskämpfen kommen.

     

    Die Plakate (mit Text) auf dieser Seite stammen von Kaninchenwiese.de

     

www.hoppelbande.de