Sie sind hier : Haltung
    Fotoquelle: Kaninchenwiese.de  

    Kaninchenhaltung ist sowohl in der Wohnung, als auch ganzjährig im Garten bzw. auf dem Balkon möglich. Jedoch gilt es bei allen Haltungsformen einiges zu beachten, um den Kaninchenbedürfnissen so gut wie möglich gerecht zu werden.

    Kaninchen sind aufgeweckte, neugierige Tiere. Wenn Kaninchen, sofern sie nicht gerade eine Ruhepause einlegen, teilnahmslos sind, liegt das entweder daran, dass sie nicht genug Abwechslung und Bewegungsfreiheit haben (z.B. in Einzel-/Käfig- bzw. Stallhaltung) oder ein gesundheitliches Problem vorliegt.

    Auf keinen Fall dürfen Kaninchen in einem Käfig/Stall gehalten werden, auch wenn sie einige Stunden Auslauf bekommen! Der Bewegungsdrang von Kaninchen ist mit dem von Katzen gleichzusetzen. Würdest du auch einen Katze in den Käfig/Stall sperren?

    Kaninchen sind Gruppentiere und brauchen unbedingt einen Artgenossen als Partner, sonst vereinsamen sie. Kein Mensch und auch kein anderes Tier, wie z.B. Meerschweinchen, können einen Artgenossen ersetzen.

     

    Innenhaltung:

    Kaninchen können im Innenbereich entweder in einem Gehege, aber auch in freier Zimmer- oder Wohnungshaltung leben.

    Ein Innengehege sollte, als Richtwert, mindestens 2m² pro Tier betragen, also bei 2 Kaninchen 4 m², bei 3 Kaninchen 6 m² usw. Zusätzlich muss mehrere Stunden am Tag Auslauf angeboten werden.

    Welche Haltung man seinen Kaninchen anbieten kann, muss individuell entschieden werden. Aber selbst in sehr kleinen Wohnungen findet sich Platz für ein entsprechendes Gehege, z.B. unter einem Hochbett. Hier gilt, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

    Die hier angegebenen m² sind reine Richtwerte. Wenn ein Gehege z.B. nur 3,5 m² für zwei Kaninchen hat, sie aber jeden Tag 10-15 Stunden die gesamte Wohnung zum toben und spielen zur Verfügung haben, bedeutet das für Kaninchen eine höhere Lebensqualität, als wenn das Gehege, die oftmals geforderten, 4m² hat und sie nur 1,2 Stunden am Tag Auslauf in einem Zimmer haben.  

     

    Gehegebau:  

    Fotoquelle: Kaninchenwiese.de

    Boden:

    Es eignen sich vor allem rutschfeste Fliesen, aber auch Linoleum oder die kostengünstigere (aber auch gesundheitsschädlichere) Alternative PVC. Auch Teichfolie ist möglich, allerdings ist diese immer schwarz und bildet leicht Wellen. Wichtig ist, dass der Boden so befestigt wird, dass er nicht angeknabbert werden kann. Bei stubenreinen Kaninchen ist auch Teppich möglich.

    Sollte der Boden sehr rutschig sein, kann man Handtücher oder kleinere Teppiche darüber legen, die bei Bedarf auch in der Waschmaschine gewaschen werden können.

    Umrandung:

    Für die Umrandung eignen sich Freilaufgehege-Gitter, Holzrahmen mit Plexiglas/Draht (im Innenbereich kann auch Hasendraht genommen werden), Garten- und Holzzäune.

    Sie sollte mindestens 80cm hoch sein, bei sehr springfreudigen Kaninchen 1m. Es ist darauf zu achten, dass man den Kaninchen keine Ausstiegshilfe bietet, z.B. durch Häuschen in Randnähe.

    Die Freilaufgehege-Gitter sind im Handel meist nur mit 60cm Höhe erhältlich. Höhere Gitter erhält man online in diversen Shops oder auf Verkaufsplattformen. Tipp: Auch nach Welpengehege bzw. -auslauf suchen, dann ist das Angebot meist größer.

    Wanderverkleidung:

    Die Wand kann durch Holzverkleidung, Plexiglas, weiße Spanplatten, PVC oder Bambus/Strohmatten geschützt werden.

    Toilette/Einstreu

    Es empfiehlt sich, den Kaninchen mindestens eine Toilette anzubieten und aus hygienischen Gründen nicht das gesamte Gehege einzustreuen. Die meisten Kaninchen werden sehr schnell stubenrein.

    Als Einstreu eignet sich Holzspäne, Hanfstreu, Baumwollstreu, Cellulosestreu, aber auch Holz-/Strohpellets bzw. Maisgranulat. Pellets und das Granulat müssen allerdings mit Heu oder Stroh bzw. mit weicherer Einstreu überdeckt werden, da sie für die Kaninchenpfoten sehr unangenehm sind. Der Vorteil ist eindeutig, dass vor allem die Holzpellets den Geruch und die Flüssigkeit sehr gut aufnehmen. Bei Strohpellets muss immer darauf geachtet werden, dass die Kaninchen das Streu nicht anknabbern, da es zu schwerwiegenden Verdauungsproblemen führen kann.

    Des Weiteren brauchen die Kaninchen viele Beschäftigungsmöglichkeiten, Schlafplätze usw. Beispiele hierfür sind unter Einrichtung vorgestellt.

    Fertige Innengehege bekommt man z.B. hier: www.plueschnasen.de, www.dorispfoetchenshop.de, www.ebay.de

     

    Wichtig ist, dass das Kaninchenzimmer bzw. die Wohnung für die Kaninchen sicher gestaltet wird

    Gefährlich für Kaninchen sind vor allem:

    Stromkabel und Steckdosen (Stromschlaggefahr!), die z.B. mit einem Kabelkanal geschützt oder hinter der Sockelleiste verlegt werden können. Kabelansammlungen, z.B. hinter einem PC, werden am leichtesten in einer Box verstaut.

    Steckdosen werden zur Gefahr wenn die neugierigen Kaninchen ihre Nase reinstecken bzw. daran schlecken. Abhilfe schaffen hier handelsübliche Kindersicherungen. 

    Elektrogeräte: Wasch- und Spülmaschinen, Wäschetrockner, Backrohr etc.: Diese Geräte müssen grundsätzlich nach Gebrauch geschlossen werden bzw. wenn dies nicht möglich ist (Waschmaschine → Schimmelgefahr) vor jedem Gebrauch sorgfältig kontrolliert werden.

    Schränke: sollten auch immer geschlossen werden (Auch zur Sicherung des Inhaltes ;) )

    Badezimmer: Achtung bei eingefüllten Badewannen und geöffneten Klodeckeln.

    Zimmerpflanzen: Nur ungiftige Pflanzen dürfen für die Kaninchen erreichbar sein. Allerdings muss man damit rechnen, dass diese bei Kaninchen nur eine sehr kurze Lebensdauer haben.

    Gegenstände/Nahrung: Es liegt in der Natur des Kaninchen neugierig zu sein. Nichts ist vor ihnen sicher. Lebensmittel und Putzmittel dürfen nie für Kaninchen erreichbar sein.

    Balkonbrüstung, Fenster und Türen: Es muss sichergestellt werden, dass die Kaninchen nicht in die Tiefe fallen können oder durch zufallende Türen/Fenster verletzt werden. Auch beim öffnen von undurchsichtigen Türen, muss vorsichtig kontrolliert werden, ob sich kein Tier dahinter befindet.

    Balkonbrüstungen müssen mindestens 1m hoch sein und bei zu großen Schlupflöchern mit Draht zusätzlich gesichert werden.

    Zusätzlich sollte man seine Möbel/Einrichtung vor den Kaninchen schützen. Egal ob Sofa (z.B. Sofaüberwurf), Regale (in erreichbaren Höhen nur Gegenstände lagern die angeknabbert werden dürfen), Tische/Stühle (Füße aus Metall oder das Holz regelmäßig mit Zitrone einreiben), Tapeten (mit Holz/Plexiglas/weiße Spanplatten schützen), Teppiche (werden ggf. verschmutzt) oder Böden (statt Teppich, raue Fliesen oder PVC/Linoleum), nichts ist vor gelangweilten Kaninchen sicher.

    Grundsätzlich gilt, je mehr Abwechslung (Klettermöglichkeiten, Knabberäste etc.) Kaninchen haben, desto länger wird das Inventar vorm knabbern verschont.

     

      

    Außenhaltung:

    Eine sichere Außenhaltung ist anspruchsvoller als ein Innengehege. Wenn man ein Außengehege baut, sollte dies gut geplant werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

    Außengehege bzw. Volieren kann man fertig kaufen. Mit ein bisschen handwerklichen Geschick lässt sich ein Gehege aber auch selbst herstellen.

    Da Kaninchen in Außenhaltung meist keinen/weniger zusätzlichen Auslauf bekommen, sollte die Fläche pro Kaninchen mindestens 3 m² betragen, also bei einem Pärchen 6 m², bei drei Kaninchen 9 m² etc. Diese Fläche benötigen Kaninchen um sich einigermaßen ausreichend bewegen zu können. Dies ist vor allem im Winter wichtig, wo sich Kaninchen warm laufen müssen. Wenn möglich, sollte man zusätzlich trotzdem Gartenfreilauf bieten. Jeder der seine Kaninchen jemals im Garten sprinten gesehen hat, weiß warum…

     

    Gehegebau:

    Fotoquelle: Kaninchenwiese.de

    Das Gehege muss auf allen Seiten, auch nach oben und unten, gesichert werden!!!

    Boden:

    Als Schutz nach unten kann man entweder Draht in die Erde eingraben und mit natürlichen Bodenbelag (Erde, Rindenmulch, Gras, Sand, Stroh/Heu) überdecken oder Bodenplatten auslegen. Eine Kombination aus Beidem ist natürlich ebenfalls möglich. Wichtig ist, dass der eingegrabene Draht am Rand fest mit dem Gehege verbunden wird, so dass sich kein Tier durchbuddeln kann. Wenn das komplette Gehege mit Platten ausgelegt wird, ist es absolut notwendig, dass die Kaninchen mehrere Stunden am Tag auch natürlichen Untergrund unter den Pfoten haben, z.B. bekommen sie täglich mehrere Stunden Gartenauslauf oder man legt über die Platten Hackschnitzel/Rindenmulch/Erde, bietet Buddelbereiche an etc.

    Draht:

    Der so genannte Hasendraht ist nicht geeignet, da er schon bei der kleinsten Beschädigung, nicht nur von Kaninchen, sondern auch von Feinden wie z.B. Mardern ruckzuck zerstört werden kann. Einzig sicherer Draht ist so genannter punktverschweißter Volierendraht mit mindestens 1mm Stärke bei kleinen Maschen. Bei größeren Maschen (maximal 19x19mm) muss der Draht viel dicker sein.

    Höhe:

    Das Gehege muss mindestens 1m hoch sein, damit Kaninchen sich ausreichend aufrichten und springen können. Bei dieser Höhe sollte es allerdings aufklappbar sein, damit die Möhrchengeber genügend Freiraum zum Säubern haben.

    Ein begehbares Gehege mit bis zu 2m Höhe bietet mit Sicherheit einige Vorteile. Nicht nur, dass man den Kaninchen auch mehrere Ebenen zum rumtoben bauen kann, ebenso erleichtert es die täglichen Arbeiten, wie reinigen und füttern.

    Dach:

    Nach oben erreicht man Sicherheit entweder mit einem wasserfesten Dach oder auch mit Draht. Wichtig: Das Dach muss Schneelasten und Wasseransammlungen stand halten. Auch wenn das Dach leicht abfällt, bleibt der Schnee darauf liegen.

    Aber Achtung, auch hier muss der Draht stabil sein. Dieses Bild wurde am helllichten Tag in Hamburg aufgenommen:

    Fotoquelle: http://www.prokaninchen.ch

    Wetterschutz:

    Das Gehege, bzw. ein Teil davon, muss immer vor Wind und Wetter geschützt sein. Dies erreicht man entweder mit einer angehängten Schutz-/Gartenhütte oder man überdacht einen Teil bzw. das komplette Gehege und errichtet an mindestens 2 Seiten z.B. durch Profilhölzer eine Schutzwand.

    Bei bestimmten Kaninchenrassen, wie z.B. Rexkaninchen, denen die natürliche Fellstruktur weggezüchtet wurde, muss immer ein überdachtes Gehege zur Verfügung stehen!

    Ebenso muss ein ausreichender Sonnenschutz angebraucht und kühle Plätze angeboten werden. Achtung: Die Sonne wandert!!!

    (Natürlich wandert nicht die Sonne, sondern die Erde dreht sich um die Sonne, aber die Sonneneinstrahlung variiert über den Tag ;-) )

     

     

    Wer nicht die Möglichkeit hat selbst ein Gehege zu bauen bzw. dazu keine Lust hat, kann auch einen handwerklich begabte Menschen im Umfeld bitten oder einen Tischler engagieren.

    Fertige Außengehege gibt es z.B. hier: www.gehegebau.de, www.ebay.de, www.volierenbau-ferwagner.de, www.volierenbau-genge.de, www.plueschnasen.de, www.kleintierstaelle.ch

     

    Freilaufende Kaninchen im Garten

    Wer die Möglichkeit hat, sollte den Kaninchen immer Freilauf im Garten anbieten.

    Komplette Freilaufhaltung im Garten ist mit Sicherheit die artgerechteste Haltung, die wir den Kaninchen anbieten können. Aber auch hier sollten die Kaninchen nachts in einem Gehege untergebracht werden, um sie vor nächtlichen Feinden zu schützen.

    Viele Kaninchenhalter machen sich Gedanken, dass der Garten nicht sicher genug sein könnte. Unserer Erfahrung nach sind diese Bedenken meist völlig unbegründet.

    An dieser Stelle möchten wir gerne auf Kaninchenwiese.de verlinken. Hier findet ihr alle ausführlichen Informationen zu diesem Thema. Eine eigene Rubrik dazu auf unserer Seite ist bereits in Arbeit.

www.hoppelbande.de